Polizeiruf 110 - Schieß doch Bulle

Gestern abend lief auf der ARD “Polizeiruf 110″, das «Tatort»-Gegenstück aus der DDR, das ich nie anschaue. Weil die gestrige Folge allerdings im Hallenser Plattenbaumilieu spielte und ich mal 2 Jahre in “Hölle an der Saale” und unmittelbarer Nähe von Südstadt und Silberhöhe gewohnt habe schaltete ich den Flimmerkasten ausnahmsweise ein. Ein Fehler - wie sich bald herausstellte - denn die 300. Folge war nicht nur vom Titel her ein “Fehlschuß”.
Ein im Verborgenen agierender Krimineller nutzt die prekäre soziale Situation noch nicht strafmündiger Jugendlicher aus. Er lässt die jugendlichen Einbrüche begehen, um sich daran zu bereichern.
Als Schmücke und Schneider die gesuchten Einbrecher zufällig überraschen, kommt es zu einem tragischen Unfall. In Notwehr schießt Schmücke auf den 14-jährigen Sascha, der später im Krankenhaus an den Folgen seiner Verwundung stirbt.
Die anderen jugendlichen Täter entkommen unerkannt. Die Hauptkommissare stehen vor der schwierigen Aufgabe, den Drahtzieher hinter diesen Straftaten zu ermitteln.
Quelle: DasErste.de
Zwar entdeckte ich in vielen der Aufnahmen mir bekannte Punkte der Stadt - in der Handlung allerdings weder einen Spannungsbogen noch einen Sinn. Die Ermittlungen der beiden Kommissare im Rentenalter waren konfus, die Bewohner der Plattenbauten klischeehaft überzeichnet, die jugendlichen Darsteller sprachen unverkennbar Berliner Slang und der Kameramann meinte wohl er müsse die eh schon triste Südstadt mit unnötigen Farbfiltern noch trister machen.
Besonders schwach: Den ganzen Film über galten ein Jugendzentrumsleiter und ein Hausmeister als verdächtig, Hintermann der Raubzüge zu sein und die Jugendlichen für sich einzuspannen. Beide hatten einen, auch für den Zuschauer, erkennbaren Bezug zu der 5er Clique und waren wegen Raubes vorbestraft.
Zum Schluss stellte sich jedoch heraus das zwei ganz andere Männer, ein Antiquitätenhändler und ein Mann dessen Auto (angeblich) von den jugendlichen für einen Einbruch gestohlen wurde, die Drahtzieher der Einbrüche sind. Wie es dazu kam das die Jugendlichen mit Ihnen gemeinsame Sache machten blieb völlig unklar und war an den Haaren herbeigezogen.
Im Anschluß an diesen Schwachsinn auch noch eine dieser sinnlosen Anne Will-Diskussionrunden zum Thema Jugendkriminalität zu zeigen ist eigentlich eine Ungeheuerlichkeit. Bei der ARD geht solcher Bockmist aber wohl als normaler Abend durch. Unterirdisch!
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2 Kommentare
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Hab ich auch gesehen - sehr mittelmäßig fand ich es. Dann doch lieber Tatort… obwohl die in letzter Zeit auch nicht immer überzeugen konnten…
Polizeiruf 110 nervt genauso wie Kriminaldauerdienst (KDD)…