Gibt es eine Zielgruppe für Schwachsinn?

Seitdem ich neulich, in einer Mischsituation aus Mangel an Lesestoff und thematischer Orientierungslosigkeit, die Novemberausgabe der NEON gekauft habe komme ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Ich staune darüber das es tatsächlich eine definierte Zielgruppe für dieses Magazin gibt (angeblich Männer und Frauen zwischen 20 und 35). Ich staune darüber das es ca. 200.000 Individuen geben soll die die NEON jeden Monat kaufen und ich staune darüber das sich die NEON selber als junges Unisex-Magazin beschreibt, das für anspruchsvollen, unterhaltsamen und informativen Journalismus auf hohem Niveau steht.
Ich staune weil ich nach einer genauen Studie der Novemberausgabe der Überzeugung bin das NEON eine der sinnlosesten und überflüssigsten Publikation ist die ich je in der Hand gehalten habe. Der inhaltliche Wert der NEON-Themen ist gleich null, der Nutzwert auch.
Allein das Titelthema “66 neue Tricks für ein besseres Leben - Überraschende, kluge und vor allem funktionierende Alltagshilfen” wäre ein Grund für eine Reise zur Neon-Redaktion um die Verantwortlichen mit der eingerollten Ausgabe körperlich zu züchtigen. Was soll ein einigermaßen gebildeter Mensch bitte mit Lebenshilfen wie:
- Wie bediene ich einen Greifarmautomaten?
- Wie simuliere ich gekonnt, krank zu sein?
- Wie befreie ich mich aus Treibsand?
- Wie entschärfe ich eine tickende Bombe?
- Wie singe ich die walisische Nationalhymne korrekt mit?
- Wie betreibe ich Voodoo? oder
- Wie falle ich richtig hin?
Hallo? Geht’s noch? Sind bei der NEON noch Journalisten an der Arbeit oder hat man die inhaltliche Gestaltung an irgendwelche Schülerzeitungsredaktionen delegiert? Habe ich ein MAD-Heft gekauft das in einem NEON-Cover steckt? Soll das wirklich ernst gemeint sein?
Wahrscheinlich hatte man in der NEON-Redaktion auch eine schöne Lebenshilfe parat:
- Wie fülle ich 13 Seiten meines überflüssigen Heftes ohne geistige Leistung?
Ist auf jeden Fall gelungen. Auf den restlichen Mist der in diesem Heft verzapft wird gehe ich gar nicht erst ein weil es reine Zeitverschwendung wäre. Da bereitet das Lesen der aktuellen Apotheken-Rundschau ja mehr Freude.
Getagged mit Kritik, Magazin + Kategorie Reviews, Magazine, Reviews
7 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar
Hinweis: Wenn Dein Avatar angezeigt werden soll musst Du bei www.gravatar.com angemeldet sein.














Neon: einmal gekauft für immer kuriert!
Das waren noch Zeiten als es noch anspruchsvolle Magazine wie TEMPO gab… da hatten die Texteschreiber noch ein abgeschlossenes Journalistik-Studium oder Riesen-Talent…
Hab zwar seit Jahren keine Neon mehr beim Arzt oder Friseur in die Hände bekommen, habe mich aber beim letzten lesen auch gefragt wer so einen Bockmist kauft…
Was nennen die Menschen am liebsten dumm? Das Gescheite, das sie nicht verstehen.
Ich hatte Die NEON neulich in der Bahnhofsbuchhandlung in der Hand und habe den Bericht “Alah und ich” gelesen. Das was der angebliche Guantanamo-Wärter dort verzapft ist echt hanebüchen. Alle Wärter dumm - die Gefangenen alles Interlektuelle - er hat dort arabisch gelernt - sich aber nie an Gewalt gegen die Insassen beteiligt - er ist dort zum Islam konvertiert (heimlich) und ist zum beten (auch heimlich) aufs Klo gegangen ohne das jemand etwas gemerkt hat… ja ne is klar.
“Apotheken UMschau” bitte….Pflichtlektüre!
Du musst es ja wissen
Wahrscheinlich holst Du Dir die UMschau regelmäßig in der Apo Deiner Wahl weil Du hoffst das mal wieder ein Medi&Zini Poster drin ist…