Oooooooh Edward…

Ernste Zweifel beschlichen mich bereits als ich mich dem Vorhof zur Hölle näherte. Um mich herum bleckten sie bereits ihre silberbespangten Zähne, tuschelten, kicherten und steckten ihre pickeligen, eitrigen Köpfe zusammen. Mit jedem Schritt den ich tat schien mehr Angstschweiß aus meinen Poren zu treten. Was hatte ich mir dabei nur gedacht? Wie konnte ich mich nur von meiner Freundin breitschlagen lassen mit ihr “Twilight: New Moon” an einem Sonntag um 14.00 Uhr im Kino anzuschauen?
Bereits an der Kasse hatte ich jede Hoffnung verloren das ich den Film zumindest schlafend überstehen könnte. Etwa 100 kleine Mädchen waren dort nämlich bereits 20 Minuten vor Filmbeginn derart aufgeregt das dagegen jedes Manowar-Konzert eine angenehmere Geräuschkulisse geboten hätte. Kleine Mädchen kreischen gerne, schmachten gerne, seufzen gerne, und tuscheln gerne. Kann man nicht ändern - sich aber damit abfinden. Irgendjemand muss ja schließlich auch die ganzen Boybands unterstützen, Diddl-Mäuse kaufen und Bravoposter an die Wand kleben. Alles halb so schlimm.
Schlimm finde ich es allerdings das die Macher der Twilight-Saga gar nicht den Anspruch haben eine andere Zielgruppe als diese kleinen, verletzlichen und verwirrten Kinder zu erreichen. Für geistig erwachsene Menschen ist der Film über die volle Spielzeit beinah nicht zu ertragen. Alles vorhersehbar und dabei derart kitschig das man es kaum glauben kann. Wahrscheinlich liegt das Erfolgsgeheimnis aber genau darin, dass gar nichts Neues versucht wird, was von der unerträglichen Banalität dieser Teenie-Schmonzette ablenken könnte.
Ich will gar nicht zu sehr ins Detail gehen, weil es der Film gar nicht wert ist, aber alleine die Darstellung der Werwölfe ist derart lachhaft und hilflos mit Billig-FX erstellt das man beinah laut aufschreien möchte und die zahlreichen Pausen zwischen den bedeutungsschwanger dahingehauchten Dialogfragmenten sind so lang das man sich fragt ob der Film in der richtigen Geschwindigkeit läuft oder einer der Darsteller beim Sprechen eingeschlafen ist. “Ooooh Edward, wie kann ich dir meine Liebe beweisen?” “Ooooh Bella, das Du atmest ist mir Beweis genug!”… ich könnt kotzen wenn ich mich daran erinnere…
Natürlich gehöre ich nicht zur Zielgruppe für schwülstige Jungmädchen-Phantasien - sondern bin lediglich ein unschuldiges Opfer des miesen Filmgeschmacks meiner Freundin (die die Filme unbedingt sehen will weil sie die Bücher gelesen hat…). Totzdem wünsche ich der Zielgruppe das sie qualitativ höhere Ansprüche entwickelt und irgendwann erkennt das Twilight nur eines ist: die chemieloseste, blutleerste und langweiligste Liebesgeschichte des Jahrtausends.
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4 Kommentare
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Der Edward ist aber auch soooo süß wie er bleich ist… wer würde da nicht gerne mal von gebissen?
Das zeigt mal wieder das Männer gar nicht sensibel genug sind um Twilight zu verstehen. Bei der Saga geht es um wahre Liebe, Verantwortung und entäuschte Hoffnungen. Wäre es nur stupides Actiongeballer würdet ihr alle SUPER schreien…
Kenne ich nicht!! Aber das Filmplakat sieht aus wie eine Mischung aus: Beverly Hills 90210 & Buffy im Bann der Dämonen.
Hab meinen Sonntag aber auch verschwendet!!!
Muss man auch nicht kennen >> Deine Posteranalyse kann man so auch auf den Inhalt übertragen… nur Buffy für Emotionslose