John Niven - Coma

Eigentlich mache ich so gut wie nichts anderes als arbeiten, essen, Filme schauen und schlafen - außer natürlich ab und zu ein Buch in die Hand nehmen. Wenn es sich dabei um ein gutes Buch, wie beispielsweise das zweite Werk von John Niven, handelt bleibe ich auch mal eine ganze Nacht wach um es von Anfang bis Ende durchzulesen. Nivens Erstling “Kill your friends” steht auf meiner ewigen Lieblingbücherliste auf Platz eins bis drei - die Erwartungen an Buch Nummer 2, mit dem Titel “Coma” (Originaltitel: The Amateurs) könnten also höher gar nicht gewesen sein.
In Ardgirvan, einer kleinen Stadt an der Westküste Schottlands, leben zwei Brüder, die wenig miteinander zu tun haben, gemeinsam ist ihnen nur die Mittelmäßigkeit, in dem, was sie tun: Gary arbeitet seit seinem 17. Lebensjahr in der Verwaltung von Henderson’s Gabelstaplerwerk, seine größte Leidenschaft gilt dem Golf spielen, das er nicht kann, die zweitgrößte seiner Frau, ehemals Maikönigin von Ardgirvan, die ihn nicht lässt. Während er sich seinen neun Löchern widmet, betrügt sie ihn mit dem lokalen Teppichbaron.
Lee ist ein untalentierter Gangster, der wegen eines geplatzten Drogendeals die berüchtigtste Verbrecherdynastie der Stadt am Hals hat. Als Gary von einem Golfball am Kopf getroffen wird und ins Koma fällt, nehmen die Ereignisse eine jähe Wendung. Gary erwacht und leidet fortan an einer speziellen Form des Tourette Syndroms: permanent spürt er den Drang, öffentlich zu masturbieren. Aber er kann plötzlich Golf spielen und qualifiziert sich für ein Turnier nach dem anderen. Währenddessen erhält Lee den Auftrag, eine unschuldige Frau zu töten, um seine Schulden zu begleichen.
Auf verhängnisvolle und sehr komische Weise kreuzen sich die Wege der beiden Brüder, und alles läuft auf einen großen Showdown bei der British Open Championship zu.
“Coma”, das merkt man schon nach wenigen Seiten, hat wenig mit seinem Vorgänger gemein. Während beispielsweise der Hauptcharakter aus “Kill Your friends” kein Sympathieträger ist wird die die Hauptfigur in “Coma”, der talentlose Golfer Gary, vom Leser schnell ins Herz geschlossen.
Niven verzichtet auch, anders als in seinem ersten Buch, weitestgehend auf die Darstellung überzogener Gewaltszenen. Lediglich im Rahmen des von Ganoven besetzten Handlungsstranges kommt es zu der einen oder anderen brutalen Handlung, die sich im Vergleich zu den Geschehnissen in “Kill your friends” jedoch eher mild gestalten.
Da ich “Kill your friends” mit “Amrican Psycho” verglichen habe musste ich lange nachdenken womit “Coma” vergleichbar wäre. Ein mir bekanntes Buch mit auffäligen Ähnlichkeiten ist mir allerdings nicht eingefallen. “Coma” ist rasant, voll von schwarzem Humor, flüssig zu lesen und besteht aus mehreren Handlungssträngen, die im Verlauf des Buches kunstvoll miteinander verwoben werden. Ähnlich wie ein Film von Guy Ritchie (Revolver mal ausgenommen).
Es hat sich auf jeden Fall gelohnt auf Schlaf zu verzichten um die 400 Seiten zu lesen - seit “Kill your friends” hat mich kein Buch so gut unterhalten.
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2 Kommentare
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Kill your friends hab ich mir schon für den Sommerurlaub geholt… eventuell werde ich mir Coma jetzt auch noch ins Gepäck tun… in 14 Tagen sollten ja wohl beide zu schaffen sein…
Die Story hört sich pretty verwirrt an… das kann man lesen?