Matt Ruff - Fool on the Hill

Nachdem ich von “Bad Monkeys” begeistert war, habe ich mir ein weiteres Buch des Schriftstellers Matt Ruff zugelegt: “Fool on the Hill”. Ich muss zugeben, dass mich der Klappentext anfangs noch davon abgehalten hat mit dem Lesen des Buchs zu beginnen. Als ich meine Skepsis dann doch überwinden konnte wurde mir schon nach wenigen Seiten klar das “Fool on the Hill” die abgedrehteste Geschichte ist die ich in meinem ganzen Leben in den Händen gehalten habe.
Stephen Titus George, ein junger amerikanischer Dichter, will sich verlieben. Nur in wen? Die schönste Frau der Welt wäre ihm recht: Aurora Borealis Smith.
Nur die ist zu diesem Zeitpunkt noch über hundert Meilen entfernt. Ihr Vater kämpft gerade darum, sie aus ihrer Verlobung mit einem tödlichen Langweiler zu befreien.
George macht sich auf seinen von reichlich Abenteuern gesäumten Weg, begleitet von einem seltsamen Kerl im Doppeldecker, um seinen Gedanken in die (erotische) Tat umzusetzen.
Er trifft auf einen atheistischen Kater (Blackjack) und seinen Kumpel Luther (eine fromme Promenadenmischung), auf Kalliope (mit ihr verbringt er eine rauschende Liebesnacht), auf eine trinkfeste Studentengruppe, eine furchterregende Rockerbande, auf Kobolde (handtellergroß), schurkische Drachen und böse Ratten, auf Glücksfeen, auf eine Gummipuppe (monströs), auf Umberto Eco, die Marx Brothers und auf zwei Tanklastzüge, die mit der Grundsubstanz zur Herstellung von Damen-Intimsprays beladen sind. Und begegnet schließlich Rasferret, der darauf lauert, die Welt zu erobern.
Die Inhaltsangabe klingt sicherlich konfus - mir selbst würde es allerdings schwer fallen die Handlung besser zu beschreiben. “Fool on the Hill” ist ziemlich fantastisch und man muss bereit sein sich darauf einzulassen - sonst legt man das Buch sicherlich schnell wieder weg. Lässt man sich auf die Geschichte ein wird man mit einem Höhepunkt belohnt bei dem alle Handlungsfäden perfekt zusammenlaufen.
Matt Ruff hat mich mit “Fool on the Hill” endgültig davon überzeugt das er einer der Autoren ist die man gelesen haben sollte. Seine Romane sprengen die Fesseln der Genres und entziehen sich jeglichen kategoriellen Zwängen. “Ich und die anderen” und “G.A.S. - Die Trilogie der Stadtwerke” stehen jetzt auf meiner Wunschliste jetzt ganz oben.
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4 Kommentare
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Wow… der Klappentext muss dich ja wirklich abgeschreckt haben wenn das Buch seit November bei dir rumlag
An G.A.S. (das müsste doch wohl die deutsche Übersetzung für “Sewer, Gas & Electric (Public Works Trilogy)” sein?) habe ich mich mal versucht weil es mir empfohlen wurde.
War aber ganz und gar nicht mein Ding weil es mir viel zu verdreht war…in dem Buch gibt es einfach zu viele absurde Charaktere und noch mehr absurde Handlungsstränge.
Auf Dauer konnte ich das nicht ertragen und so habe ich das Buch 40 Seiten vor dem Ende einfach ins Regal gestellt wo es seitdem ruht.
Wenn Du möchtest vermache ich es Dir…
@michael: yo… das hat etwas gedauert bis ich in Stimmung für ein solches Buch war. Hatte aber auch noch einige andere zu lesen…
@biest: wenn du das über hast dann bring es doch einfach beim nächsten mit wenn du mal wieder beim St(r)ammtisch vorbeischaust…
Meiner Meinung nach benötigt man für Fool on the Hill viel mehr Fantasie als für Bad Monkeys. Bei FOTH gibt es ein dutzend verrückte Handlungsstränge - in BM nur Sprünge im Handlungsstrang…