Harold - einzlkind

Ich hab schon öfter mal ein Buch gelesen das unter einem Pseudonym veröffentlicht wurde - allerdings hatte keines der Pseudonyme einen so sinnfreien Namen wie “einzlkind” und keines der Bücher ließ auch nur annähernd solchen Schwachsinn über den (fiktiven) Autor verbreiten: “Der Autor lebt in England. Oder in Deutschland. Er ist militanter Nichtraucher und schwer übergewichtig. Neulich erst hat er eine neue Kaffeemaschine gekauft. Seine alte war kaputt.”
Spielt aber auch keine Rolle denn “Harold” wäre/ist auch ohne das Mysterium um seinen Urheber ein Knaller.
Harold bringt sich gerne um. Das ist sein Hobby. Vermutlich hat er es sich von seinem berühmten Namensvetter aus “Harold and Maude” abgeguckt, dem etwas schmalzigen Film aus den 70ern. Aber sonst hat er mit dem Filmmenschen nichts zu tun. Vielmehr ist er Wurstfachverkäufer. Aber seine spezielle Feindin aus der Käseabteilung sorgt dafür, dass Harold entlassen wird.
Harold ist eigentlich überhaupt nicht lebensfähig und seinen Mitmenschen hilflos ausgeliefert, die ihn nach Kräften quälen und ausnutzen. Und dann muss er eine Woche lang auf den 11-jährigen Melvin aufpassen, der behauptet ein Genie zu sein, ein hochintelligentes, aber auch altkluges Bürschchen, um genauer zu sein, eine Nervensäge, die den wehrlosen Harold in ein Schlamassel nach dem anderen hineinzieht.
Melvin sucht seinen Vater. Harold begibt sich mit auf die Reise und bereut es spätestens, als er die Queen überfährt.
Was sich zunächst ziemlich wirre anhört ist beim Lesen ein genialer Angriff auf das Zwerchfell. Es gibt eine Menge Bücher die mich zum Lachen gebracht haben aber ich erinnere mich an keins das mich so köstlich amüsiert hat wie “Harold”.
Herrlich skurril und typisch britisch, wird wortgewandt und mit viel Witz die Geschichte eines Verlierers und eines eigenwilligen, minderjährigen Hochbegabten erzählt, die sich gemeinsam auf eine Odysee durch Großbritannien begeben.
Alleine die kurzen Abhandlungen eines Pub- und eines Museumsbesuches (auf LSD) sind den Kaufpreis mehr als wert.
Wer Sinn für britischen Humor hat der sollte sich dieses Buch unbedingt zulegen.
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5 Kommentare
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Du liest auch immer verwirrtes Zeug… bald ist es soweit und ich les hier was über die “Grundlegung zur Metaphysik der Sitten” von Immanuel Kant…
Hört sich übt an! Merke ich mir….
Gut nicht übt
Hört sich gut an! Merke ich mir…..
Großartiges Buch - kann ich auch empfehlen…