Mehr Filme für’s Pantoffelkino

In der festen Absicht das Sofa am Wochenende nur zum Notdurft verrichten zu verlassen habe ich am Freitag (direkt nach Feierabend) wahllos einige DVD’s gekauft um im Notfall die Programmlücken bei Sky zu füllen. Mit den Filmen “Roller Girl”, “Aliens & Cowboys”, “Super 8″ sowie “Restrepo” hat mein Vorhaben dann auch beinah geklappt bis mich Rückenschmerzen (vom Liegen) am Sonntagvormittag zum Aufstehen zwangen.
Wie auch immer… was die Filme angeht habe ich diesmal (ausnahmsweise) keine schlechte Wahl getroffen. Es war zwar nicht alles Gold was (im Gegensatz zum Sky-Angebot) glänzte, es war aber auch nicht annähernd ein Totalausfall dabei.
Lag vielleicht (ich betone vielleicht) daran das ich im Laden kurz mal mit dem Smartphone online gegangen bin und die grundsätzlichen Kundenbewertungen der in Frage kommenden DVD’s bei Amazon überflogen habe… wahrscheinlich aber eher daran das ich einfach Glück hatte, denn 90% der Bewertungen sind bei genauerer Betrachtung Quatsch.
Grundsätzlich sollte man nur auf die Meinung von Leuten vertrauen deren Filmgeschmack man kennt.
Mir als Vielgucker und anerkanntem selbsternanntem selbstgerechtem Filmkritiker von Welt könnt ihr natürlich vertrauen.
Roller Girl
Die rebellische Bliss findet ihre Berufung und einen Ausweg aus dem langweiligen Alltag in der texanischen Kleinstadt, in der sie lebt, als sie in ein Team von Roller-Skater aufgenommen wird.
Ihre Mutter, die ihre Tochter lieber bei einem Schönheitswettbewerben sehen würde, ist nicht sehr begeistert.
Die Regeln des Sports und den richtigen Bodycheck muss Bliss zwar erst lernen, aber verdammt schnell ist sie bereits.
Fazit: Der Hinweis (auf dem Cover) das es sich bei “Roller Girl” um das Regiedebüt von Drew Barrymore handelt hätte mich beinah davon abgehalten den Film zu kaufen.
Weil ich Ellen Page frühestens seit “Hard Candy” und spätestens seit “Juno” genial finde musste “Roller Girl” trotzdem ran. Eine umwerfende Schauspielerin macht zwar noch lange keinen unterhaltsamen Film - sie lässt den Zuschauer aber bei “Roller Girl” darüber hinwegsehen das es sich um eine total naive und vorhersehbare Teenie-Komödie handelt, die mindestens 20 Minuten zu lang geraten ist.
Kann man gucken, ist sogar irgendwie unterhaltsam (wahrscheinlich mehr wenn man Page-Fan ist) aber kein Film den man lange in Erinnerung behält.
Cowboys & Aliens
Jake Lonergan wacht mitten in der Prärie auf ohne sich an etwas zu erinnern: Weder an seinen Namen, noch wie er an diesen Ort kam und erst recht nicht, warum er dieses seltsame Metallarmband trägt.
Im nächsten Ort sorgt er erst einmal für Unruhe, als er den verzogenen Sohn des lokalen Viehgroßhändlers vermöbelt. Der Sheriff erkennt in ihm schließlich einen gesuchten Verbrecher und sperrt ihn ins Gefängnis.
Als aber eine Horde von Außerirdischen plötzlich das Dorf angreift und mehrere Bewohner entführt, bietet sich für Lonergan die Chance zur Rehabilitierung, denn das Armband entpuppt sich als mächtige Waffe.
Zusammen mit den restlichen Bewohnern begibt er sich auf die Jagd nach den Aliens.
Fazit: So ca. 2008 hab ich (nach einigen Empfehlungen) den gleichnamigen Comic gelesen und war der Meinung das er Stoff für einen guten Film liefern könnte. Schon den ersten Trailer zu “Cowboys & Aliens” fand ich dann allerdings so mau das der geplante Kinobesuch ersatzlos gestrichen wurde.
Bei der DVD konnte ich dann doch nicht “Nein” sagen und hab mir den Film letzendlich ohne irgendwelche Erwartungen angeschaut. Vor diesem Hintergrund war der Film so zum weggucken ganz ok. Lange nicht so gut wie der Comic aber zum Zeit vertreiben ok.
Harrison Ford ist in seiner Rolle leider total fehlbesetzt, Olivia Wilde hat ausser ihrem interessanten Gesicht kaum etwas beizutragen und Noah Ringer kann gar nichts - Daniel Craig wetzt diese schauspielerischen Scharten mit seiner Präsenz glücklicherweise noch aus. Die relativ schwache Umsetzung des Comics kann er alleine aber nicht zum Meisterwerk machen.
Vor allem die Grundidee, das Aliens mal nicht in der Gegenwart nach der Erde greifen, macht den Film interessant.
Wären die Aliens in “Cowboys & Aliens” nicht nur da um den Titel des Films zu rechtfertigen sondern um ernsthafte Gegner darzustellen - es hätte ein guter Streifen werden können.

Super 8
Eine US-Kleinstadt im Jahr 1979. Nach dem Tod seiner Mutter ist der 13-jährige Joe allein mit sich und seiner Trauer. Zuflucht findet er bei den Dreharbeiten eines Zombiefilms, den sein bester Freund Charles auf Super 8 inszeniert.
Er konnte sogar die unerreichbar scheinende Alice für eine Hauptrolle gewinnen. Gemeinsam werden sie während des Drehs Zeugen eines Zugunglücks, bei dem eine Kreatur aus einem geheimen Militärwagon entweichen kann.
Kurz darauf geschehen unerklärliche Dinge, Alice verschwindet spurlos. Jetzt ist Joe gefragt.
Fazit: Bei “Super 8″ hatte ich aufgrund der mir bekannten Kritiken erst gezögert, dann aber doch zugeschlagen weil ich mir sicher war das Spielberg und Abrams mich nicht entäuschen würden. Haben sie dann auch nicht.
“Super 8″ hat mich nicht nur gut unterhalten, er hat mich auch ein wenig in die Zeit zurückversetzt als ich zum ersten Mal E.T. gesehen habe. “Super 8″ spielt zwar nicht in der selben Liga, ist aber ein ähnlich schönes Loblied auf die Freundschaft und gegen Vorurteile.
Mit 12 wäre ich bestimmt hin und weg gewesen…
Restrepo - Die blutige Wahrheit des Krieges
“Restrepo” ist der Name eines Außenpostens der US-Armee im afghanischen Korengal-Tal, von den GIs auch Tal des Todes genannt: Nirgendwo anders in Afghanistan hatte die USA mehr gefallene Soldaten zu beklagen.
Über ein Jahr hinweg begleiteten die Regisseure Sebastian Junger und Tim Hetherington ein Platoon der 173. US-Luftlandebrigade bei ihrem Einsatz und zeigen dabei den durch Feuergefechte geprägten, schonungslosen Alltag der Truppe. Dabei kommen weder Diplomaten oder Generäle zu Wort, sondern ausschließlich Fußsoldaten.
Somit hat der Zuschauer erstmals die Möglichkeit, einen nach heutigen Verhältnissen geführten Krieg komplett aus Sicht der Bodentruppen zu erleben.
Fazit: Bei “Restrepo” bin ich mir nach dem anschauen nicht ganz sicher ob ich die Doku gut finden soll oder nicht. Das liegt vor allem daran das “Restrepo” nicht so richtig zu wissen scheint was er will.
Will er uns den Sinn/Unsinn des Kriegs in Afghanistan erklären? Die Lage der (amerikanischen) Soldaten näherbringen? Grundsätzlich ein Manifest gegen den Krieg sein?
So richtig ist “Restrepo” leider nichts von all dem und so bleibt die Dokumentation ein kurzer (wie ich denke stark zensierter) Blick hinter die Kulissen des Krieges.
Ich fühle mich nach dem Film lediglich in meiner Meinung bestätigt das das amerikanische Militär nach wie vor seine jungen Männer verheizt, Kollateralschäden einkalkuliert werden und das “der Krieg” in/um Afghanistan nie gewonnen werden kann weil das Land und seine Bewohner immer noch im frühen Mittelalter verharren.
Daran werden weder Bomben, noch Patronen, Brunnen oder Mädchenschulen etwas ändern.
Wer eine Doku zum Thema “Soldaten in Afghanistan” sehen möchte der sollte sich lieber “Camp Armadillo” anschauen. Die Dokumentation ist meiner Meinung nach schon alleine deswegen besser weil die begleitete Einheit aus Dänemark kommt und somit nicht durch ihre Herkunft vorbelastet ist…
Getagged mit Film, Kritik + Kategorie Reviews, Filme
8 Kommentare
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Roller Girl habe ich nicht gesehen - bei den anderen Filmen bin ich deiner Meinung, Besonders bei Cowboys und Aliens - Ford ist für die Rolle des rassistischen Tunichgut ganz und gar nicht geeignet…
Ich fand Restrepo an sich gar nicht mal so schlecht… Allerdings macht die Doku den Amerikaner an sich nicht sympathischer… Besonders die Szene als der Tod eines angeblichen Taliban nach ca. 1000 Schuss gefeiert wird wie ein Kindergeburtstag ist echt armselig.
Ich hab C&A im Kino geguckt und war ziemlich entäuscht… billige Kulissen, schlechte Aliens, Fehlbesetzungen in fast allen Rollen. Da hätte man mehr draus machen können.
Den Vergleich zwischen Super8 und E.T. halte ich für ein wenig gewagt… Ich würde den Film eher als einen Mix aus “The Goonies” und “Gloverfield” beschreiben… bei dem Alien hätte sich Abrams auch mal was neues einfallen lassen können… oder soll das der gleiche Alien sein, der dann 2008 auf die Erde zurückkehren um Rache zu nehmen?
Wenn ich es mir überlege hast du recht. Die Cloverfield Theorie finde ich interessant… die Aliens sehen sich schon sehr ähnlich. Ich habe bei Wikipedia allerdings das hier gefunden: “The film Super 8 was initially reported to be either a sequel or prequel to Cloverfield, but this was quickly denied by Abrams.”
Das Ellen Page die einzige gute Schauspielerin in Roller Girl ist stimmt ja wohl nicht. Kirsten Wiig und Juliette Lewis spielen da auch noch mit…
Sorry wenn ich widerspreche… Ellen Page hat in den Film noch einen gewissen (bzw. ihren persönlichen) Charme, ansonsten bleiben alle Schauspieler (auch Juliette Lewis) ziemlich blass, was aber sicher auch an der allgemein schwachen Umsetzung des Stoffs und ich nehme mal an der schwachen Regie von Drew liegt.
PS: Bitte nenn mir einen guten Film in dem Kristen Wiig mitgespielt hat… oder besser noch einen Film in dem sie herausragend gespielt hat…
Adventureland, Brautalarm, Paul!?